Antonia Raco kam 2009 mit schweren neurologischen Einschränkungen nach Lourdes. Beim Besuch der Bäder kehrte ihre Beweglichkeit zurück; die anschliessenden Kontrollen bestätigten das Verschwinden der Beschwerden. Ihre frühere Diagnose einer primären Lateralsklerose wurde wiederholt überprüft. Nach langjähriger Beobachtung und einem positiven medizinischen Votum erkannte Bischof Vincenzo Carmine Orofino die Heilung am 16. April 2025 als 72. Wunder von Lourdes an.
Der anerkannte Fall betrifft eine unerwartete, vollständige und dauerhafte Genesung bei diagnostizierter primärer Lateralsklerose (PLS), mit wiedergewonnener Gehfähigkeit und dem Verschwinden der zuvor fortschreitenden neurologischen Beschwerden.
Weitere Originalaufnahmen beim Herausgeber
Von den ersten Beschwerden zur schweren Einschränkung
Die Chronologie des Heiligtums beschreibt seit 2004 starke Kopfschmerzen, Krämpfe, allgemeine Schwäche und zunehmende Schwierigkeiten beim Gehen. Antonia Raco stand unter Betreuung der Universität Turin. 2006 wurde eine primäre Lateralsklerose diagnostiziert. Ihr Zustand verschlechterte sich weiter; auch Schlucken, Sprechen und Atemfunktion waren betroffen.[1]
Die Verschlechterung betraf mehrere alltägliche Fähigkeiten. 2005 traten zu den Gehproblemen Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen hinzu. Für 2008 nennt die medizinische Chronologie eine verminderte Atemleistung sowie Schwäche und Lähmungserscheinungen an allen vier Gliedmassen, links stärker ausgeprägt. Die Beschwerden wurden somit über mehrere Jahre in ihrer Entwicklung erfasst, bevor die Wallfahrt stattfand.[1]
Die Wallfahrt im Sommer 2009
Vom 30. Juli bis 5. August reiste Raco mit UNITALSI nach Lourdes. In den Bädern empfand sie plötzlich Wohlbefinden und bemerkte, dass sie wieder gehen konnte. Erst nach ihrer Heimkehr sprach sie darüber. Im August und September bestätigten ärztliche Kontrollen das Verschwinden der seit 2004 aufgetretenen Symptome; zugleich hielten die Untersucher an der ursprünglichen Diagnose fest.[1]
Die Genesung überdauerte die Wallfahrt
Die wiedergewonnene Beweglichkeit blieb bestehen. Raco meldete sich im Juli 2010 beim Lourdes-Büro. Das Verfahren konnte damit die frühere Verschlechterung und die anhaltende Erholung miteinander vergleichen. Über die folgenden Jahre hinweg wurde sowohl der Gesundheitszustand weiter beobachtet als auch die diagnostische Einordnung erneut geprüft.[1]
Erneute Prüfung der Diagnose
2013 bestätigte die Neurologie der Universität Mailand die Diagnose und übernahm Nachkontrollen. 2017 wertete das Lourdes-Büro die Heilung als medizinisch unerklärt. Der CMIL beurteilte den Fall 2024 unter Einbezug des inzwischen validierten internationalen Diagnosekonsenses zur PLS erneut und votierte mehrheitlich positiv.[1]
Bereits bei der ersten Vorstellung 2010 beschlossen die anwesenden Ärzte einstimmig, ein Dossier zu eröffnen und die medizinische Vorgeschichte zusammenzutragen. Weitere Sitzungen folgten 2012, 2013 und 2016; die abschliessende Beratung des Büros 2017 war die fünfte. Für das spätere Votum des CMIL wurde ausdrücklich gefragt, ob Raco nach den Kriterien des 2020 formulierten und 2024 validierten Diagnosekonsenses von ihrer PLS unerwartet, vollständig und dauerhaft geheilt war.[1]
Die Erklärung in der Kathedrale von Tursi
Nach der medizinischen Bewertung folgte im Bistum Tursi-Lagonegro eine medizinisch-theologische Kommission. Bischof Vincenzo Carmine Orofino erklärte die Heilung am 16. April 2025 während der Chrisammesse in der Kathedrale von Tursi als Wunder. Die veröffentlichte bischöfliche Mitteilung nennt die untersuchte Krankheit und die zuständigen Prüfungsschritte.[2]
Am 15. November 2024 übermittelte der Bischof von Tarbes und Lourdes das Ergebnis an das Heimatbistum Tursi-Lagonegro. Erst darauf folgte die örtliche kirchliche Entscheidung. Bei der Verkündigung während der Chrisammesse im April 2025 war Raco mit ihrem Mann anwesend. Zwischen ihrer Wallfahrt und der Anerkennung lagen damit fast sechzehn Jahre.[1][2]
Der Dank für ein wiedergewonnenes Leben
In der kirchlichen Anerkennung wird Racos Genesung als Hilfe Gottes auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Lourdes verstanden. Der Ausgangspunkt dieses Dankes bleibt konkret: Eine Frau, deren Krankheit ihre Beweglichkeit immer weiter eingeschränkt hatte, konnte wieder selbständig gehen und ihren Alltag aufnehmen.[1][2]
Zeugen & Untersuchende
Die Geschichte im Verlauf
- Diagnose
Primäre Lateralsklerose in der veröffentlichten Chronologie.[1]
- Wallfahrt und Genesung
Nach der Lourdes-Reise werden die Veränderungen beobachtet.[2]
- Meldung in Lourdes
Beginn der dortigen Aktenprüfung.[1]
- Bureau
Kollegiale Feststellung der unerklärten Heilung.[1]
- CMIL
Bewertung unter Einbezug neuerer Diagnosekriterien.[1]
- Anerkennung
Kirchliche Erklärung in Tursi.[2]
Kirchliche Einordnung
Bischof Vincenzo Carmine Orofino erkannte die Heilung am 16. April 2025 als Wunder und göttliches Zeichen an; zuvor hatte der CMIL ihre medizinische Unerklärtheit beurteilt.
Einwände & Antworten
Wurde eine mögliche Fehldiagnose berücksichtigt?
Ja. Die Diagnose wurde nach der Genesung erneut beurteilt, 2013 in Mailand bestätigt und vor dem CMIL-Votum 2024 am neueren internationalen PLS-Konsens gemessen. PLS bezeichnet die primäre Lateralsklerose; sie darf hier nicht mit ALS gleichgesetzt werden. Die veröffentlichte Chronologie dokumentiert die erneuten Bewertungen, enthält aber nicht sämtliche neurologischen Befunde.[1]
Was besagt das medizinische Votum, und was entschied der Bischof?
Der CMIL bejahte eine unerwartete, vollständige, dauerhafte und nach medizinischem Wissen unerklärte Genesung. Der Bischof beurteilte anschliessend deren Wundercharakter im religiösen Zusammenhang. Die Quelle nennt ein Mehrheitsvotum, veröffentlicht aber keine genaue Stimmenzahl. Die Namensformen Antonia und Antonietta beziehen sich in den verwendeten Veröffentlichungen auf dieselbe Frau.[1][2]
Bedeutung für den Glauben
Racos Heilung verbindet die dauerhafte Rückkehr der Beweglichkeit mit einer mehrfach überprüften Diagnose. Auf das medizinische Urteil folgte 2025 die kirchliche Anerkennung des Wunders.[1][2]
Heilungen prüfen: vom Befund zum kirchlichen Urteil
Diagnose, Behandlung, Heilungsverlauf und kirchliche Anerkennung werden getrennt geprüft.
Untersuchungsmittel und kirchliches Verfahren →Quellen & Nachweise
Die Angaben zu Zugänglichkeit und Aussagebereich helfen dir, die Belege selbst einzuordnen.
- [1] Antonia Raco, 72e miraculée de Lourdes
Chronologie aus dem Umfeld des Bureau; kein frei zugängliches vollständiges Patientendossier.
Quelle öffnen · lourdes-france.com ↗ - [2] Dichiarazione del carattere miracoloso della guarigione di Antonia Raco
Amtliche diözesane Mitteilung über die Anerkennung, nicht der vollständige medizinische Bericht.
Quelle öffnen · lourdes-france.com ↗

