Danila Castelli litt jahrelang an schweren, wiederkehrenden Blutdruckkrisen. Mehrere Operationen beendeten ihre Beschwerden nicht. Nach dem Bad in Lourdes am 4. Mai 1989 trat eine dauerhafte Genesung ein. Über mehr als zwei Jahrzehnte wurde der Verlauf untersucht; der CMIL beurteilte ihn 2011 als medizinisch unerklärt. Bischof Giovanni Giudici von Pavia erkannte die Heilung 2013 als Wunder an.
Der anerkannte Fall betrifft das vollständige und dauerhafte Ende schwerer wiederkehrender Blutdruckkrisen nach einer langen Krankheits- und Behandlungsgeschichte.
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Blutdruckkrisen trotz wiederholter Operationen
Die medizinische Darstellung der AMIL schildert eine Ehefrau und Mutter, die seit dem mittleren Erwachsenenalter unter schweren Blutdruckkrisen litt. Ab 1982 führten gynäkologische Befunde und später die Diagnose einer katecholaminproduzierenden Tumorerkrankung zu mehreren Operationen. Die Eingriffe bis 1988 brachten die Krisen nicht zum Verschwinden.[1]
Castelli hatte bis zum Alter von 34 Jahren ein gewöhnliches Familienleben geführt. 1982 zeigten Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen eine Raumforderung neben der Gebärmutter und eine Gebärmutter mit Myomen. Es folgten die Entfernung der Gebärmutter und ihrer Anhänge sowie eine teilweise Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Im folgenden Jahr wurde anhand einer Szintigrafie ein Phäochromozytom im Beckenbereich diagnostiziert, also eine Tumorerkrankung mit Bildung von Katecholaminen. Die weiteren Operationen zielten darauf, die für die Blutdruckkrisen verantwortlich gemachten Herde zu beseitigen.[1]
Das Bad am 4. Mai 1989
Während der Lourdeswallfahrt erlebte Castelli nach dem Bad ein aussergewöhnliches Wohlbefinden. Die Besserung hielt an: Die bisherigen Krisen kehrten nicht zurück, und sie nahm ihr gewöhnliches Leben wieder auf. Bald meldete sie die Veränderung dem medizinischen Büro.[1]
Die medizinische Darstellung stellt das neue Wohlbefinden nach dem Bad an den Anfang einer anhaltenden Rückkehr in den Alltag. Trotz der vorausgegangenen Eingriffe waren bis dahin immer wieder schwere Krisen aufgetreten. Nach der Wallfahrt konnte Castelli dagegen ihr Leben als Ehefrau und Mutter wieder gewöhnlich führen. Diese dauerhafte Veränderung war der Gegenstand ihrer Meldung und der späteren Beratungen in Lourdes.[1]
Fünf Beratungen und langjährige Nachbeobachtung
Das Bureau beriet den Fall zwischen 1989 und 2010 fünfmal. Es stellte schliesslich einstimmig eine vollständige und dauerhafte Genesung fest und sah keinen hinreichenden Zusammenhang mit den vorausgegangenen Eingriffen und Behandlungen. Am 19. November 2011 bestätigte der CMIL, dass die Art der Heilung nach dem damaligen wissenschaftlichen Kenntnisstand unerklärt blieb.[1]
Die einzelnen Sitzungen des Büros fanden 1989, 1992, 1994, 1997 und 2010 statt. Bei der letzten Abstimmung blickten die Ärzte auf 21 Jahre seit der Wallfahrt zurück. Ihr einstimmiges Ergebnis betraf die Genesung von dem gesamten beschriebenen Syndrom und die fehlende hinreichende Erklärung durch die früheren Behandlungen. Der CMIL beriet anschliessend am 19. November 2011 in Paris.[1]
Die Entscheidung des Bischofs von Pavia
Giovanni Giudici erklärte die Heilung am 20. Juni 2013 als Wunder und als religiöses Zeichen. Die Diözese Pavia hielt dieses Ereignis auch in ihrer Würdigung des Bischofs fest. Castelli wurde damit als 69. anerkannter Heilungsfall von Lourdes geführt.[2]
Die Erinnerung in der Pilgergemeinschaft
Auch die UNITALSI-Gemeinschaft von Pavia erinnert an Castelli und ihre Heilung. Ihre Geschichte gehört zur örtlichen Wallfahrtstradition, in der Freiwillige kranke Menschen nach Lourdes begleiten. Der bleibende Anlass des Dankes ist die Rückkehr einer zuvor schwer erkrankten Mutter in ihr Familienleben.[1][3]
Zeugen & Untersuchende
Die Geschichte im Verlauf
Kirchliche Einordnung
Bischof Giovanni Giudici von Pavia erkannte 2013 die Heilung als Wunder an. Der CMIL hatte 2011 die Art der Genesung als nach damaligem wissenschaftlichem Stand unerklärt beurteilt.
Einwände & Antworten
Könnten die vorausgegangenen Operationen die Genesung erklären?
Diese Frage gehörte ausdrücklich zur medizinischen Beurteilung. Die früheren Eingriffe hatten die wiederkehrenden Krisen nicht beendet; die Fachbewertung sah auch für den späteren dauerhaften Umschwung keinen ausreichenden Behandlungszusammenhang. Die öffentliche medizinische Zusammenfassung nennt dieses Ergebnis, enthält aber nicht sämtliche Operationsberichte, Hormonbefunde und Verlaufsdaten. Der Fall betrifft die Heilung von dem beschriebenen Krankheitssyndrom, keine belegte Neubildung zuvor entfernter Organe.[1]
Weshalb vergingen so viele Jahre bis zum Urteil?
Die Beratungen von 1989 bis 2010 ermöglichten eine lange Beobachtung des weiteren Gesundheitszustands. Nach dem medizinischen Votum des CMIL von 2011 folgte 2013 die Entscheidung des Bischofs. Die Dauerhaftigkeit wurde so über einen erheblichen Zeitraum beurteilt; die medizinische Bewertung und die kirchliche Anerkennung blieben eigene Schritte.[1][2]
Bedeutung für den Glauben
Auf die jahrelangen Krisen folgte 1989 eine bleibende Genesung. Die Ärzte prüften dabei auch die vorausgegangenen Behandlungen. Der Bischof von Pavia erkannte in diesem Verlauf ein Wunder und einen Anlass zum Dank.[1][2]
Heilungen prüfen: vom Befund zum kirchlichen Urteil
Diagnose, Behandlung, Heilungsverlauf und kirchliche Anerkennung werden getrennt geprüft.
Untersuchungsmittel und kirchliches Verfahren →Quellen & Nachweise
Die Angaben zu Zugänglichkeit und Aussagebereich helfen dir, die Belege selbst einzuordnen.
- [1] 69. Danila Castelli
Medizinisch-kirchlicher Abriss; vollständige Befunde nicht veröffentlicht.
Quelle öffnen · amilourdes.com ↗ - [2] Mons. Giovanni Giudici: la diretta dal canale YouTubeQuelle öffnen · diocesi.pavia.it ↗
- [3] Sabato 7 dicembre l’Unitalsi di Pavia celebra i 100 anni dal primo pellegrinaggio a Lourdes
Eigene Organisationsgeschichte; historische damalige Gesamtzahl nicht als aktueller Stand verwenden.
Quelle öffnen · unitalsi.it ↗

