← MarienerscheinungenEinzeldossier · Botschaft & Unterscheidung

San Nicolás: Die Mutter des Rosenkranzes am Paraná

Gladys Quiroga de Motta, ein wiederentdecktes Bild und ein diözesanes Urteil

Am 25. September 1983 begegnete die Gottesmutter Gladys Quiroga de Motta in San Nicolás. Die Mutter zweier Töchter vertraute sich einem Priester an und gab die empfangenen Botschaften weiter: Rosenkranzgebet, Umkehr und Treue zu Christus. In einer älteren Statue der Rosenkranzmadonna erkannte sie die Gestalt ihrer Begegnungen wieder. Aus dem Geschehen erwuchs eine grosse Wallfahrt mit einem eigenen Heiligtum. Nach langjähriger kirchlicher Begleitung und der Beratung durch Fachleute und Zeugen erkannte Bischof Héctor Cardelli 2016 den übernatürlichen Charakter des marianischen Geschehens in seiner Diözese an.

Worum es in diesem Fall geht

Gladys Quiroga de Motta bezeugt Erscheinungen der Gottesmutter und Botschaften, die zum Rosenkranz, zur Umkehr und zur Errichtung eines Heiligtums aufrufen. Maria führte sie zur Hinwendung zu Christus und in die Begleitung der Kirche.

Die erste Begegnung am 25. September 1983

Die überlieferte Chronologie setzt bei Gladys Quiroga de Motta an, einer verheirateten Mutter zweier Töchter. Am 25. September 1983 begegnete ihr in San Nicolás die Gottesmutter. Gladys hielt die Botschaften fest und suchte früh den Kontakt zu einem Priester. Im Oktober kam es auch zur Begegnung mit dem damaligen Bischof Antonio Rossi. Die Stadt kannte bereits die Verehrung der Rosenkranzmadonna. Die neue Begegnung knüpfte an dieses kirchliche Leben an und führte Gladys zu einem Auftrag, dessen Schwerpunkte Gebet, Umkehr und das Vertrauen auf Christus waren.[2][4]

Die Wiedererkennung der Rosenkranzmadonna

In der Kathedrale befand sich eine ältere Statue der Rosenkranzmadonna. Wegen ihres Zustandes war sie im Bereich des Glockenturms aufbewahrt worden. Gladys erkannte in ihr die Gestalt wieder, die ihr erschienen war. Die Chronologie nennt dafür den 27. November 1983. Die Statue wurde damit zum sichtbaren Bezugspunkt der neu entstehenden Verehrung. Ihre Wiederentdeckung verband die ältere Marienverehrung der Gemeinde mit dem Auftrag zur Errichtung eines Heiligtums. 1989 wurde sie in den fertiggestellten ersten Teil des Heiligtums übertragen.[2][3]

Aus der Begegnung wächst eine Wallfahrt

Um die Rosenkranzmadonna entstand ein Wallfahrtsort, der San Nicolás bis heute prägt. Die öffentliche Geschichte der Stadt führt seinen Beginn auf Gladys’ Zeugnis zurück. Pilger kommen zum Gebet; das Heiligtum gibt der gemeinsamen Verehrung einen festen Ort. Diese Entwicklung gehört zu den sichtbaren Früchten des Geschehens. Die Statue, die kirchliche Begleitung und der Bau des Heiligtums verbinden den persönlichen Ausgangspunkt mit dem Leben einer ganzen Gemeinde. Der Ruf zum Rosenkranz und zur Umkehr bleibt dabei die Mitte der Wallfahrt.[4]

Das Zeugnis wird der Kirche anvertraut

Gladys vertraute sich früh einem Priester an; Carlos Pérez gehört zu den Begleitern und Vermittlern ihrer Aussagen. Später verantwortete Bischof Domingo Salvador Castagna die weitere kirchliche Begleitung, Veröffentlichungen und die Entwicklung des Heiligtums. 1985 wurde eine Studienkommission eingesetzt. Dieser Weg machte die Aussagen einer geordneten Prüfung zugänglich. Die Mitteilungen wurden festgehalten, kirchlich vorgelegt und im Zusammenhang der Seelsorge gelesen. So entstand über Jahre eine nachvollziehbare Verbindung zwischen dem persönlichen Zeugnis, der Untersuchung und dem öffentlichen Leben der Wallfahrt.[3]

Cardellis Anerkennung vom 22. Mai 2016

Bischof Héctor Sabatino Cardelli erklärte am 22. Mai 2016 den übernatürlichen Charakter des marianischen Geschehens in seiner Diözese. Er sprach von moralischer Gewissheit und berief sich auf die Beratung durch Fachleute und Zeugen sowie auf die geistlichen Früchte. Sein spanischer Text stellt Christus als Höhepunkt der Offenbarung heraus. Das marianische Geschehen wird damit ausdrücklich auf ihn hingeordnet. Die veröffentlichte Erklärung gibt das begründete Urteil wieder; sie enthält nicht die vollständige Veröffentlichung aller dazu herangezogenen Gutachten. Der konkrete bischöfliche Entscheid ist gleichwohl eindeutig benannt.[1]

Die Botschaften in ihrem Zusammenhang lesen

Die überlieferten Botschaften rufen zu Rosenkranzgebet, Umkehr und Treue zu Christus auf. Ihre Sammlung bildet einen umfangreichen Bestand mit jeweils bestimmten Daten und Ausgaben. Für die genaue Lektüre sind diese Angaben wichtig: Eine Aussage soll in ihrer belegten Fassung und im Zusammenhang ihres geistlichen Auftrags gelesen werden. Cardellis Urteil betrifft das geprüfte Geschehen. Es erteilt keine automatische Vorabgenehmigung für beliebige spätere Netztexte oder Deutungen. Die sorgfältige Zuordnung bewahrt den ursprünglichen Ruf und macht verständlich, welche Worte tatsächlich zum kirchlich begleiteten Bestand gehören.[1][2]

Zeugen & Untersuchende

Gladys Herminia Quiroga de Motta

Erscheinungszeugin

Verheiratete Mutter zweier Töchter und unmittelbare Erscheinungszeugin; vertraute ihre Mitteilungen früh der kirchlichen Begleitung an.[2][4]

Carlos Pérez

Priester und geistlicher Begleiter

Mit der Überlieferung und späteren Seelsorge am Heiligtum verbunden.[2]

Domingo Salvador Castagna

Bischöflicher Begleiter

Verantwortete frühere pastorale Schritte und Veröffentlichungen.[3]

Héctor Sabatino Cardelli

Bischof und Urteilsverantwortlicher

Veröffentlichte 2016 das positive diözesane Urteil.[1]

Die Geschichte im Verlauf

  1. Erste Begegnung

    Die Gottesmutter begegnet Gladys Quiroga de Motta.[2][4]

  2. Kirchlicher Kontakt

    Sie vertraut sich einem Priester an und begegnet dem damaligen Bischof Antonio Rossi.[2]

  3. Wiedererkennung

    Die ältere Rosenkranzstatue wird mit ihrem Bericht verbunden.[2]

  4. Studienkommission

    Die historische Übersicht nennt die Einsetzung einer Kommission.[2]

  5. Erster Heiligtumsteil

    Die Statue wird in den fertiggestellten Teil des Heiligtums übertragen.[2]

  6. Diözesanes Urteil

    Cardelli erklärt das marianische Geschehen für übernatürlichen Charakters.[1]

Kirchliche Einordnung

Diözesane Anerkennung vom 22. Mai 2016

Bischof Héctor Sabatino Cardelli erkannte 2016 den übernatürlichen Charakter des marianischen Geschehens in seiner Diözese an. Der veröffentlichte Text beruft sich auf Beratung durch Fachleute und Zeugen. Eine gesonderte päpstliche Beglaubigung sämtlicher gegenwärtiger oder zukünftiger Botschaften wird damit nicht behauptet.

Das kirchliche Verfahren für diesen Falltyp →

Einwände & Antworten

Welche Bedeutung hat Gladys’ begrenzte Schulbildung?

Sie zeigt, dass das Zeugnis nicht von einer gesellschaftlich oder akademisch besonders herausgehobenen Person ausging. Die Glaubwürdigkeit eines Menschen hängt nicht von einem Bildungsabschluss ab. Begrenzte Schulbildung beweist allerdings auch nicht allein einen übernatürlichen Ursprung jedes Satzes: Religiöse Kenntnisse können durch Gebet, Familie und Predigt erworben werden. Cardellis Urteil beruft sich auf eine Gesamtschau mit Fachleuten und Zeugen. Massgebend sind die tatsächlichen Mitteilungen, ihre Überlieferung, die Lebensführung und die kirchliche Begleitung. Diese konkreten Gründe tragen das positive Urteil.[1][3]

Sind durch das Urteil alle späteren Botschaften automatisch anerkannt?

Ein kirchliches Urteil betrifft den untersuchten Gegenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es erteilt keine automatische Freigabe unbekannter künftiger Texte. Gerade bei einer umfangreichen Sammlung müssen Datum, Ausgabe und Freigabe feststehen. Das dient der Treue zum tatsächlichen Zeugnis. Cardellis positive Anerkennung bleibt dabei klar bestehen. Die Botschaften werden in ihrem Zusammenhang mit Gebet, Umkehr und Christus gelesen; beliebige spätere Netzbeiträge können sich nicht allein mit dem Namen San Nicolás dieselbe Autorität aneignen. Eine genaue Textzuordnung schützt den ursprünglichen Auftrag.[1][2][3]

Bedeutung für den Glauben

San Nicolás besitzt ein ausdrückliches diözesanes Urteil über den übernatürlichen Charakter des marianischen Geschehens. Das Zeugnis von Gladys, die langjährige kirchliche Begleitung und die gewachsene Wallfahrt gehören zu seiner Geschichte. Der Auftrag bleibt auf Christus gerichtet: beten, umkehren und im Glauben leben.[1][4]

Die Untersuchung vertiefen

Wie Erscheinungen und Privatoffenbarungen geprüft werden

Zeugnisse, Botschaften, geistliche Früchte und kirchliche Entscheidungen.

Untersuchungsmittel und kirchliches Verfahren →

Quellen & Nachweise

Die Angaben zu Zugänglichkeit und Aussagebereich helfen dir, die Belege selbst einzuordnen.

  1. [1] Declaración del obispo referida a la sobrenaturalidad del acontecimiento mariano en San Nicolás

    Héctor Sabatino Cardelli, Bischof von San Nicolás · 2016-05-22 · Spanischer Originalwortlaut unter der englischen Übersetzung

    Verwendet wird der spanische Text; die fehlerhafte englische Übersetzung wird nicht als Grundlage übernommen.

    Quelle öffnen · miraclehunter.com ↗
  2. [2] María del Rosario de San Nicolás

    Corazones.org · 2002 · Historische Übersicht und Chronologie; Besuchsdokumentation

    Katholische Darstellung der Überlieferung, keine unabhängig publizierte Untersuchungsakte.

    Quelle öffnen · corazones.org ↗
  3. [3] Aprueban las apariciones de la Virgen en San Nicolás

    Radio María Argentina / ACI Prensa · 2016-05-26 · Bericht über das Dekret und frühere pastorale Begleitung

    Quelle öffnen · radiomaria.org.ar ↗
  4. [4] Nuestra Señora del Rosario en San Nicolás: la historia que conmovió al país

    Radio Nacional Argentina · 2026-09 · Aktuelle historische Einordnung; Berichte ausdrücklich auf Gladys zurückgeführt

    Quelle öffnen · cdn-sp.radionacional.com.ar ↗
Weiterlesen

Weitere Spuren entdecken.

Marienerscheinungen

Guadalupe: Juan Diego und das Bild auf der Tilma

Tepeyac, Mexiko-Stadt · 9.–12. Dezember 1531

Vom 9. bis 12. Dezember 1531 begegnet Maria Juan Diego am Tepeyac und beauftragt ihn, Bischof Juan de Zumárraga um ein Heiligtum zu bitten. Als der Bischof eine Bestätigung verlangt, bringt Juan Diego ihm Blumen; beim Öffnen seines Umhangs erscheint darauf das Bild Mariens. Sein Onkel Juan Bernardino erfährt zugleich Heilung. Juan Diegos Zeugnis, die erhaltene Tilma und die Geschichte ihrer Verehrung stehen im Mittelpunkt dieses Dossiers.

Kirchlich verehrtes MarienheiligtumLesen →
Marienerscheinungen

Rue du Bac: Die Erscheinungen und die Wunderbare Medaille

Rue du Bac, Paris · Juli bis Dezember 1830

In der Pariser Rue du Bac begegnete die Gottesmutter 1830 der jungen Ordensschwester Catherine Labouré. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli sprach sie mit ihr in der Kapelle; am 27. November zeigte sie ihr das Bild für die spätere Wunderbare Medaille. Catherine vertraute die Begegnungen ihrem Beichtvater Jean-Marie Aladel an. Mit kirchlicher Erlaubnis wurden 1832 die ersten Medaillen geprägt. Sie verbreiteten sich rasch als Gebetszeichen des Vertrauens auf Gottes Gnade. Catherine selbst blieb im verborgenen Dienst an alten Menschen. Ihre Heiligsprechung und die liturgische Aufnahme der Medaillenverehrung verankerten diese Geschichte im Leben der Kirche.

Kirchlich getragene Verehrung und MedaillenfrömmigkeitLesen →
Marienerscheinungen

Banneux: Die Jungfrau der Armen

Banneux, Provinz Lüttich · 15. Januar bis 2. März 1933

Am 15. Januar 1933 erschien die Gottesmutter der elfjährigen Mariette Beco vor dem Elternhaus in Banneux. In insgesamt acht Begegnungen führte sie das Mädchen zu einer Quelle, bezeichnete sich als Jungfrau der Armen und bat um Gebet und eine kleine Kapelle. Die Quelle widmete sie allen Völkern und der Linderung des Leidens. Bischof Louis-Joseph Kerkhofs liess das Geschehen über Jahre untersuchen und erkannte 1949 die Wirklichkeit der acht Erscheinungen ohne Vorbehalt an. Banneux wurde so zu einem besonders den Armen und Kranken zugewandten Wallfahrtsort.

Acht Erscheinungen 1949 anerkanntLesen →
Abbildung

Wunder · Catholon · DeutschDen passenden Prüfweg verstehen · Bildnachweise