Unverwestheit
Hoffnung über den Tod hinaus

Unverwestheit

Erste Exhumierungen, benannte Zeugen und aussergewöhnliche Körpererhaltung: die Befunde und ihre weitere Geschichte.

Das Thema verstehen

Ein erhaltener Leib bei der Öffnung des Grabes.

Bei der Öffnung eines Grabes erwarten die Anwesenden den natürlichen Zerfall. In den hier behandelten Fällen fanden sie stattdessen ungewöhnlich erhaltene Körper oder Körperteile vor. Ärzte, Ordensleute und weitere Zeugen beschrieben Haut, Glieder oder innere Organe und hielten ihre Beobachtungen fest.

Im Mittelpunkt steht der erste Erhebungsbefund zusammen mit den vorherigen Grabbedingungen. Feuchtes Erdreich, ein zerfallener Sarg oder erhaltenes inneres Gewebe können für die Beurteilung entscheidend sein. Spätere Veränderungen gehören zur weiteren Geschichte; sie machen eine früher beobachtete aussergewöhnliche Erhaltung nicht ungeschehen.

Die Dossiers nennen auch spätere Eingriffe und Wachsauflagen. Eine solche erst nachträglich angebrachte Auflage erklärt den ursprünglichen Erhaltungsbefund nicht. Die Untersuchung verfolgt deshalb die zeitliche Reihenfolge und beantwortet unten die Fragen nach natürlichen Erhaltungsbedingungen und der kirchlichen Würdigung.

Die Untersuchung im Einzelnen
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6 Dossiers

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Bernadette Soubirous: der Leib im Schrein von Nevers

Nevers, ehemaliges Kloster Saint-Gildard · 1879–1925; Schrein seit 1925

Am 22. September 1909 öffneten die Ärzte Charles David und Antoine Jourdan Bernadettes Sarg in Nevers. Nach rund dreissig Jahren fanden sie den Leib mit erhaltenen Körperteilen vor. Weitere Rekognitionen von 1919 und 1925 dokumentierten auch innere Gewebe. Die späteren Wachsauflagen an Gesicht und Händen gehören zur Geschichte der öffentlichen Aufbahrung; der erste ärztliche Befund entstand lange zuvor.

Ärztlich dokumentierte KörpererhaltungLesen →
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Catherine Labouré: die Schwester hinter der Wundertätigen Medaille

Paris, Kapelle der Rue du Bac · 1933: Öffnung des Grabes

Bei der Graböffnung am 21. März 1933 fanden Ärzte, Geistliche und Schwestern Catherine Labourés Leib nach rund 56 Jahren erhalten vor. P. Baetemans Bericht nennt die sehr feuchte Gruft in Reuilly und beschreibt auch die erhaltenen Augen und Gewänder. Kardinal Jean Verdier begleitete die kirchliche Identifizierung. Anschliessend wurde der Leib in die Kapelle der Rue du Bac übertragen.

Kirchlich überlieferter Erhaltungsbefund von 1933Lesen →
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Charbel Makhlouf: die Berichte vom Grab in Annaya

Annaya, Kloster Saint Maron · Erste Exhumierung 15. April 1899; spätere Untersuchungen und Umbettungen

Am 15. April 1899 fanden die Mönche und Zeugen bei der ersten Öffnung von Charbels Grab einen erhaltenen, weichen und beweglichen Leib vor. Wasser und Schlamm waren in die Gruft eingedrungen. Die später für das kirchliche Verfahren aufgenommenen Aussagen beschreiben diesen Erstfund und einen Flüssigkeitsaustritt. Behandlungen, weitere Untersuchungen und Veränderungen folgten in den nächsten Jahrzehnten.

Erster Erhaltungsbefund in der KlosterüberlieferungLesen →
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Cuthbert von Lindisfarne: Bedas Bericht und das Grab in Durham

Lindisfarne und Durham · Erste Erhebung 20. März 698; spätere Untersuchungen 1827 und 1899

Am 20. März 698 öffneten die Mönche von Lindisfarne Cuthberts Grab, um seine Gebeine umzubetten. Bedas Bericht beschreibt ihren überraschenden Fund nach elf Jahren: einen erhaltenen Leib mit beweglichen Gelenken und erhaltenen Gewändern. Die Brüder benachrichtigten Bischof Eadbert und bekleideten den Leib auf seine Anweisung neu. Die wesentlich späteren Untersuchungen in Durham bilden weitere Stationen seiner Geschichte.

Früher Exhumierungsbericht bei BedaLesen →
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Katharina von Bologna: die sitzende Heilige

Bologna, Santuario Corpus Domini · 1463 und die folgende Verehrung

Die Klarissen fanden Katharinas Leib achtzehn Tage nach ihrer Beisetzung im März 1463 erhalten und wohlriechend vor. Sie war ohne Sarg in der Erde bestattet worden. Ihre Mitschwester Illuminata Bembo bewahrte die Erinnerung an die Erhebung und die folgenden aussergewöhnlichen Ereignisse. Der heute sitzend verehrte Leib und die späteren Beschreibungen seiner Veränderungen gehören zur weiteren Geschichte des Heiligtums Corpus Domini.

Erhaltung bei erster Erhebung klösterlich bezeugtLesen →
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Schwester Wilhelmina Lancaster: der Erhaltungsbefund von Gower

Gower, Missouri; Abbey of Our Lady of Ephesus · 2019–2024

Am 28. April 2023 fanden die Benediktinerinnen von Gower den Leib ihrer Gründerin nach knapp vier Jahren unerwartet erhalten. Sie war ohne Einbalsamierung in einem einfachen unversiegelten Holzsarg bestattet worden. Während das Sargfutter zerfallen war, blieben Leib und Ordensgewand erhalten. Äbtissin Cecilia Snell und Priorin Scholastica Radel schilderten die Bergung; das vom Bischof beauftragte medizinische Team untersuchte den Fund.

Erhaltung bei erster Exhumierung medizinisch untersuchtLesen →
Wunder · Catholon · DeutschDen passenden Prüfweg verstehen · Bildnachweise