Wer sind die Arbëreshë?
So nennen sich die albanischstämmigen Gemeinschaften Italiens. Ihre Vorfahren kamen in mehreren Wanderungsbewegungen; Sprache, Gesang, Festbräuche und Gottesdienst bewahren bis heute eine besondere Identität.

Byzantinische Familie · Italien
Byzantinische Liturgie mitten in Italien: In Kalabrien und Sizilien bewahrten die Arbëreshë ihr albanisches Kulturerbe und ihre östliche kirchliche Tradition. Hinzu kommt das griechische Kloster Grottaferrata bei Rom. Zusammen zeigen diese Orte, dass katholisches Leben in Italien weit vielfältiger ist als allein der römische Ritus.
Der schnelle Einstieg
Katholische Kirche byzantinischer Tradition in Italien, geprägt von den Arbëreshë und dem älteren italo-griechischen Erbe. Sie umfasst mehrere eigenständige kirchliche Jurisdiktionen.
Mitgliederangabe: Historischer Jahrbuchstand; die drei kirchlichen Gebiete werden getrennt erfasst und hier zusammengezählt. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
So nennen sich die albanischstämmigen Gemeinschaften Italiens. Ihre Vorfahren kamen in mehreren Wanderungsbewegungen; Sprache, Gesang, Festbräuche und Gottesdienst bewahren bis heute eine besondere Identität.
Lungro betreut die italo-albanische Tradition auf dem italienischen Festland, Piana degli Albanesi auf Sizilien. Grottaferrata steht zusätzlich für das ältere griechische Mönchtum in Italien.
Die Eparchie Lungro beschreibt die Grosse Heilige Woche als Java e Madhe. Liturgische Gesänge und örtliche Festtraditionen verbinden den Jahreskreis mit der Sprache der Gemeinden.
Die drei kirchlichen Gebiete arbeiten miteinander. Intereparchiale Synoden behandelten unter anderem Liturgie, Katechese, Priesterausbildung und die Beziehungen zu anderen Ostkirchen.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Das Imerologhion der Eparchie Lungro ordnet für das Jahr 2026 nicht nur die Göttliche Liturgie, sondern auch Vesper, Morgengebet und die Gebetsstunden. So erhält jeder Fest- und Wochentag seinen liturgischen Zusammenhang. Wie eng Sprache und Gesang dazugehören, zeigte eine 2014 übertragene Chrysostomosliturgie aus San Costantino Albanese: Gefeiert wurde in Arbëresh, mit dem örtlichen Chor und dem Chor der Kathedrale. Die eparchialen Musikmaterialien erschliessen diesen Reichtum auch ausserhalb einer Übertragung. Gesang trägt dabei die Gebetstexte selbst.
Ein Blick in Lungros Amtsverzeichnis macht die Eparchie als arbeitende Institution sichtbar. Es nennt Aufgaben für Familie, Jugend, Gesundheit, Katechese und Schule, daneben Archiv, kirchliche Kulturgüter und Gebäude. Caritas und der Dialog mit anderen Kirchen gehören ebenfalls dazu. Die Pflege einer eigenen Tradition beschränkt sich damit nicht auf Sprache oder Festkleidung. Sie braucht Unterricht, Seelsorge, Räume und geordnete Verantwortung. Auch Ordensfrauen sind Teil dieses Netzes; das Verzeichnis führt unter anderem Basilianerinnen und Gemeinschaften an mehreren Orten der Eparchie auf.
Die Pfarreien von Lungro lassen sich als Route durch süditalienische Orte entdecken. In Civita steht die Kirche Mariä Aufnahme in den Himmel; in Eianina ist der heilige Basilius Kirchenpatron. San Demetrio Corone verweist bereits mit seinem Namen auf den heiligen Demetrius. Die Eparchie reicht von Kalabrien auch in die Basilikata: San Paolo Albanese besitzt die Heilig-Kreuz-Pfarrei, San Costantino Albanese die Konstantinskirche. Das amtliche Verzeichnis macht aus einer abstrakten Kirchenbezeichnung eine Landschaft aus Pfarren, Kirchenräumen und überlieferten Patronatsfesten.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Süditalien, besonders Kalabrien und Sizilien; Grottaferrata bei Rom.
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Das Kloster Santa Maria di Grottaferrata entsteht bei Rom.
Albanische Einwanderer stärken die byzantinische Tradition in Süditalien.
Papst Benedikt XV. errichtet die Eparchie Lungro.
Piana degli Albanesi erhält eine eigene Eparchie; Grottaferrata den Rang einer Territorialabtei.
Intereparchiale Synoden beraten gemeinsame kirchliche Aufgaben.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.