Die Melkiten verbinden die byzantinische Liturgie mit der christlichen Kultur des arabischen Nahen Ostens. Ihr Patriarchat hat seinen Sitz in Damaskus; Gemeinden reichen von der Levante bis nach Amerika und Australien. Ihre eigene Tradition, die Gemeinschaft mit Rom und die Nähe zum orthodoxen Erbe prägen ihr Selbstverständnis.
Die Bezeichnung beschreibt die liturgische Herkunft und bedeutet nicht, dass alle Mitglieder ethnisch griechisch sind. Viele Familien gehören seit Generationen zur arabischsprachigen christlichen Bevölkerung des Nahen Ostens.
02
Katholisch mit eigener Gestalt
Die offizielle Selbstdarstellung der Eparchie Newton betont, dass die Gemeinschaft mit Rom das östliche Erbe nicht aufhebt. Dazu gehören eigene liturgische Formen und eine von Bischofssynode und Patriarch geprägte Leitung.
03
Auch verheiratete Priester
Verheiratete Männer können nach der kirchlichen Ordnung zum Priestertum geweiht werden. Das gehört zu den Merkmalen, mit denen die Kirche ihre östliche Tradition innerhalb der katholischen Gemeinschaft sichtbar macht.
04
Eine Kirche über Kontinente
Auswanderung schuf dauerhafte Gemeinden in Nord- und Südamerika sowie Australien. Eigene Eparchien helfen, den Glauben in der jeweiligen Landessprache weiterzugeben und zugleich die Bindung an die östliche Herkunft zu bewahren.
Glaube im Alltag
Tradition, die gelebt wird.
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Taufe, Myronsalbung und Kommunion gehören zusammen
Die Einführung in das christliche Leben wird als Einheit von Taufe, Chrismation und Eucharistie verstanden. Bei der Taufe stehen die Abkehr vom Bösen und das Glaubensbekenntnis am Anfang. Es folgen Wasserweihe, Salbung und dreimaliges Untertauchen; ein weisses Gewand bezeichnet das neue Leben in Christus. Die anschliessende Chrismation entspricht der Firmung. Den Abschluss bildet der Empfang der Eucharistie. Bei der Kindertaufe sprechen die Paten das Bekenntnis für das Kind. Damit wird die Aufnahme in die Kirche in einer zusammengehörenden Feier sichtbar.
Ein Salböl verbindet Gemeinde und Patriarchat
Auch ein einzelner Gegenstand kann die kirchliche Ordnung anschaulich machen: das Myron beziehungsweise Chrisam. In der melkitischen Kirche wird dieses duftende Öl in grösseren zeitlichen Abständen vom Patriarchen bereitet und über die Bischöfe an die Priester weitergegeben. Bei der Chrismation werden damit verschiedene Körperstellen gesalbt. Seine Verwendung bringt die Verbindung der örtlichen Gemeinde mit ihrem Bischof sowie mit Patriarch und Synode zum Ausdruck. Das geweihte Öl wird ausserdem bei der Weihe von Kirchen und von dort verwendeten Ikonen eingesetzt.
Sydney: Gottesdienst, Schule und Hilfe unter einem Dach
In Sydney sammelten sich seit dem 19. Jahrhundert Einwanderer aus der Levante. Ihre erste St.-Michael-Kirche wurde zu einem Ort des Gottesdienstes und half Neuankömmlingen auch bei Arbeit und Wohnungssuche. Die spätere Kirche in Darlington wurde 1987 Kathedrale der eigenen Eparchie. Ein zweiter wichtiger Mittelpunkt entstand in Greenacre: Das dortige Gemeindezentrum umfasst unter anderem die eparchiale Verwaltung, eine Pfarrei, die Holy Saviour School, Jugendangebote und eine karitative Stiftung. An diesem Beispiel lässt sich erkennen, wie aus Auswanderergemeinden tragfähige kirchliche und soziale Einrichtungen entstehen.